BPO DI Andreas Kinsky – Aus dem Bezirk

Liebe Freunde,
viel Aufregung gab es die letzten Tage rund um das Urteil gegen einen Bauern, dessen Kühe eine deutsche Urlauberin auf einer Tiroler Alm zu Tode getrampelt haben, weil sie sich offenbar durch den mitgeführten Hund bedroht fühlten. Zu satten 500.000,- Euro verurteilte ein Gericht den Bauern und sah seine alleinige Schuld in der Tatsache begründet, dass die Kühe nicht von den Wanderwegen durch Zäune ausreichend fern gehalten wurden.
Zu Recht ist der Aufschrei gegen dieses Urteil groß. Bei aller Tragik rund um den Tod der Wanderin und bei allem Verständnis für die Trauer der Famile, kann es doch nicht sein, dass wir jetzt Landwirte dafür verantwortlich machen, wenn wir über ihr Eigentum wandern und dort ihre Rinder mit mitgeführten Hunden in deren Instinkten bedrohen.
Mich hat in der ganzen Angelegenheit gefreut, dass die Bevölkerung offenbar  in einer großen Mehrheit hinter denjenigen stehen, die sich nun zur Wehr setzen. Ein Facebook Eintrag von unserem Almbauern Pauli Lang wurde über 5.000 mal geteilt, erreichte somit eine Reichweite von sicher 200.000 Mitgliedern, es gab 1000te positive Rückmeldungen und kaum ein Fernsehsender oder eine Zeitung, die sich nicht bei Paul am Hof einstellten. Gut so! Man kann dem Thema nicht genug Aufmerksamkeit geben.
Denn in Wahrheit haben der Richter und sein Urteil uns nur den Spiegel vorgehalten, wie weit wir in unserer Gesellschaft gekommen sind. Respekt vor dem Eigentum anderer ist kaum mehr vorhanden, wenn es um Grund und Boden geht. Ob Radfahren, Wandern, Skifahren oder eine andere Freizeitaktivität, alles soll ungefragt überall möglich sein. Und die Eigenverantwortung spielt auch keine Rolle mehr. Wenn etwas passiert, etwa eine Lawine durch fahrlässige Tourengeher ausgelöst wird oder eben wie in diesem Fall Rinder ihren Urinstinkten folgen und sich gegen eine logische Bedrohung durch andere Tiere zur Wehr setzen, dann soll bitte jemand anderer dafür gerade stehen.
Es ist Zeit, das wieder gerade zu rücken und insofern haben diese tragischen Ereignisse vielleicht am Ende etwas Gutes. Wenn wir gesetzliche Regelungen treffen, welche Eigentum wieder schützt und die Eigenverantwortung wieder in den Mittelpunkt stellt.
Euer BPO
Andreas